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Mein EDV-Werdegang:

Tja - wie bin ich eigentlich zu meinem Job in der EDV gekommen ? Wen es interessiert der kann ja die nächsten Zeilen einmal lesen.

Schule:

Die erste Berührung mit Programmierung hatte ich in meiner Zeit am Gymnasium von 1979-1982 und zwar mit programmierbaren Taschenrechnern, die mich einfach fasziniert haben. Ausser einem Casio, mit sage und schreibe 256 Bytes Memory und einem Constant-Speicher, habe ich natürlich auch den legendären Texas Instruments mit Magnetstreifenspeicher kennen gelernt. Über die Preise macht man sich heute keine Vorstellung mehr. Was noch fehlt, ist der Commodore VC20 und VC64 mit der ultraschnellen Datasette als Speichermedium. Da haben die Spiele in der pixeligen Grafik noch richtig Spass gemacht J.

Nach meinem Abi hat mich dann doch glatt die Bundeswehr eingezogen. Da ich nach kurzer Zeit mitbekommen habe, dass jeder Soldat ein Kontingent an Abendschullehrgängen hat, habe ich mich entschlossen BASIC und danach COBOL zu erlernen.

Ausbildung:

1984 begann dann der Ernst des Lebens mit meiner Ausbildung zum DVK (Datenverarbeitungskaufmann). Schwerpunkte waren COBOL und Assembler auf einer wassergekühlten IBM. Besonders gut in Erinnerung ist mir, dass  der Hausmeister einmal den Wasserhahn für die Kühlung zugedreht hat..... Danach hatten wir für den Rest des Tages frei.

Beruf:

1987 begann ich bei einer Übersee- und Luftfrachtspedition als Programmierer. In Hamburg war die Zentrale der Softwareentwicklung für die weltweiten Filialen. Die Anforderungen an die Software wurden mit COBOL und RPG II auf einer WANG VS100 umgesetzt. Durch Einsatz der relationalen Datenbank SPEED II habe ich erste Berührungspunkte mit Datenbanksystemen gehabt. Ich war doch recht erstaunt, wie schnell mit solchen Systemen Online-Applikationen erstellt werden konnten.

1989 wechselte ich zu einem grossen deutschen Optiker als Organisationsprogrammierer. Hier lernte ich die WANG- eigene relationale Datenbank PACE kennen. Für deren Design meines Arbeitgebers war ich später verantwortlich.

Nach einem Jahr habe ich die Projektleitung in der Tagesverkaufsanalyse (statistische Auswertung über Abverkäufe der Filialen auf Mitarbeiterebene) übernommen. Mein Job machte mir so richtig Spass, so dass ich das Angebot meiner Firma, die Stelle des Abteilungsleiters in der Softwareentwicklung anzunehmen, angenommen habe.

1991 fiel die strategische Entscheidung, die Standardsoftware SAP R/3 einzusetzen. Zunächst für die Finanzbuchhaltung (FI) und die Softwareentwicklung. Ein Jahr später für die Materialwirtschaft (MM). Anschliessend sollten dann noch Controlling (CO) und Personalwirtschaft (HR) eingeführt werden. Ab diesem Zeitpunkt war ich Stammkunde im Ausbildungszentrum der SAP in Walldorf. Das tolle an der ganzen Sache war, dass wir Pilotkunden im neuen R/3-Umfeld waren. Somit durften wir, als die einzigen Kunden, in den Schulungen immer in der ersten Reihe sitzen und die SAP-Mitarbeiter wurden aufgefordert, sich nach hinten zu setzen (Wann wird man von der SAP schon mal auf Händen getragen :-) ).

Als 1994 mein Sohn geboren wurde, entschloss ich mich, in den Erziehungsurlaub zu gehen. Ich einigte mich mit meinem Arbeitgeber und kümmerte mich fortan um meinen Sohn und seine zwei Brüder. Meine Bekannten konnten nicht verstehen, dass ich meiner Karriere diesen Verlauf gab. Häufig wurde mir gesagt: „Du als Abteilungsleiter könntest doch Hauptabteilungsleiter werden“ usw....

Während des Erziehungsurlaubes begann für mich dann eigentlich der richtige Einstieg in die PC-Welt. Ich kaufte mir für eine Menge Geld (7500,-) ein Pentium System und lernte DOS und Windows 95 kennen. Als sogenannter Power-User wurde nun gebastelt und installiert bis tief in die Nacht hinein. Netzwerkkarten wurden besorgt und die LAN-Partys konnten losgehen. Nach ca. 3 Jahren - also 1997 - war mein Sohn soweit, um in den Kindergarten zu gehen. Ich überlegte mir, wie ich nun wieder in meinen Job zurückfinden könnte. Der Innovations-Zyklus in der EDV beträgt ungefähr 2 Jahre. Folglich wäre eine Schulung gar nicht so schlecht. Ich kümmerte mich also darum und bin über das Arbeitsamt an eine Umschulung herangekommen. Da war ich doch wirklich froh, dass es eine solche Institution gab.

Was soll ich sagen, da war es wieder, das Wort „SAP“. Ich befand mich nun also in einer Ausbildung zum SAP-Projektfachmann Finanzbuchhaltung. In der Zwischenzeit hatte sich im R/3 Bereich ja wirklich was getan.

Im Jahr 1998 begann ich dann in einer Unternehmensberatung,  im Bereich der Assekuranz eigenentwickelte Software-Produkte auf dem Mark vertreibt, zu arbeiten. Unter anderem auch im SAP-Umfeld. Obwohl ich ja nun eigentlich ein Softi war, steckte man mich hier in die R/3-Basis. Ich hatte das Glück, nun auch diese Seite der SAP näher kennen zu lernen. Fortan betreute ich Kundenserver in ganz Europa. Das angenehme daran war, dass ich das auch von Zuhause aus machen konnte. Nachteil war jedoch, dass hier manchmal die Abkürzung von SAP „Scheiss Auf Privatleben“ voll gegriffen hat. So bin ich denn nun auch heute noch zufrieden mit meinen Job, habe nette Kollegen und komme gerne in die Firma.

So.......Dies ist mein bisheriger Werdegang in der EDV. Mal sehen was die Zukunft nun noch alles bringt. SAP werde ich wohl nicht mehr los J

Michael Geißler

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